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Folgende Szene findet in unterschiedlichen Variationen täglich statt:
Ein Paar ist nach einem Restaurantbesuch auf dem Heimweg. Arm in Arm schlendern sie in der lauen Sommerluft zu Fuß durch die Straßen. Plötzlich bleibt er stehen und deutet auf ein Bistro.

Er: Lass uns hier noch ein Glas Wein trinken.

Sie: Es ist schon ziemlich spät. Ich würde jetzt gern nach Hause gehen.

Er: Es ist erst elf Uhr. Komm schon. Wir haben so selten Zeit und gehen kaum noch aus.

Sie (zögernd): Nur ein Glas?

Er (im gereizten Tonfall): Was soll das jetzt wieder? Ich werde doch wohl mal ein Glas Wein trinken dürfen?

Sie (jetzt ebenfalls gereizt): Na toll, jetzt bin ich wieder der Spielverderber? Also gut, ein Glas und dann gehen wir wieder, okay?

Sie gehen rein, aber die Stimmung ist dahin. Er bestellt Rotwein. Sie nimmt eine Apfelschorle, woraufhin er die Augen verdreht. Als die Getränke an den Tisch gebracht werden und er zu seinem Glas greift, schaut sie ihn kurz an, und lässt den Blick dann über die anderen Gäste schweifen. Er hat ihren Blick jedoch bemerkt, verzieht den Mund und stellt das Glas wieder hin.

Er: Was ist denn?

Und da ist es wieder: das Thema, das immer wieder auftaucht und über das sie schon so oft gestritten haben. Sie hat den Eindruck, dass er zu regelmäßig zum Alkohol greift, um sich – wie er behauptet - zu entspannen. Und seine gelegentlichen Exzesse, die Abende, an denen er einfach nicht aufhört zu trinken, machen ihr schlichtweg Angst. Er hingegen ist der Meinung, dass sie völlig übertrieben reagiert. Er ist schließlich kein Alkoholiker und ihre Andeutungen empören ihn maßlos.

Und so sitzt sie also wieder mal da und ärgert sich. Vor allem über sich selbst. Denn sie hat genau diesen Verlauf kommen sehen, aber dennoch gehofft, dass der Abend anders ausgeht. Wenn sie jetzt bleibt, wird es eine lange Nacht werden, denn dem einen Glas werden weitere folgen. Sie könnte natürlich auch einfach nach Hause gehen. In dem Fall würde er ziemlich betrunken kurz vor Morgengrauen auftauchen, voller Reue. Und sie lallend fragen, ob sie ihn liebt.

Immer deutlicher wird, dass sie sich grundsätzlich entscheiden muss, ob sie gehen oder bleiben soll. Vielleicht ist er (noch) kein Alkoholiker, sondern trinkt im missbräuchlichen Bereich. Das Thema vergiftet aber immer mehr die Beziehung und belastet sie zusehends. Wenn er diese Tatsache weiter ignoriert, stehen die Chancen schlecht, dass er sich professionelle Hilfe sucht. Sie weiß, dass sie ihm nicht helfen kann.

Ein Dilemma: Sie hat Angst zu bleiben und solche Szenen immer wieder hautnah mitzuerleben. Sie hat aber auch Angst zu gehen. Womöglich stürzt er dann noch schneller ab. Wenn sie ihn verlässt, wird sie mit dem Gefühl gehen, dass sie ihn im Stich gelassen hat. Wenn sie aber bleibt, lässt sie sich selbst im Stich. Vielleicht hilft ihr der Gedanke, dass sie diese Entscheidung für sich trifft, nicht gegen ihn. Und vielleicht wird auch er letztendlich wachgerüttelt und beginnt, gute Entscheidungen für sich zu treffen.

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Kundenstimmen

“Gleich bei der Begrüßung stellte ich fest, dass die Chemie stimmte. Ich wusste, dass ich Frau Arps vertrauen konnte. Dadurch wurde die Arbeit an mir sehr einfach und entspannt. Frau Arps hat eine angenehme und ruhige Ausstrahlung, die mir Platz und Raum für mich gelassen hat.”

Uwe S. , Hamburg

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