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| Kategorie: Hypnose

Rauchen- ist es wirklich eine Sucht?

Die meisten Raucherinnen und Raucher haben wohl schon darüber nachgedacht, mit dem Rauchen aufzuhören. Viele haben bereits einen oder mehrere gescheiterte Versuche hinter sich. Und immer wieder höre ich, dass es ja so schwer wäre gegen die Nikotinsucht anzukommen. Aber handelt es sich beim Rauchen wirklich um eine Sucht? In diesem Artikel möchte ich erläutern, warum ich das bezweifle.

Laut Weltgesundheitsbehörde (WHO) müssen zur Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms mindestens drei der folgenden Kriterien während des letzten Jahres gemeinsam erfüllt gewesen sein:

  • starkes, oft unüberwindbares Verlangen, die Substanz einzunehmen
  • Schwierigkeiten, die Einnahme zu kontrollieren (was den Beginn, die Beendigung und die Menge des Konsums betrifft)
  • körperliche Entzugssymptome
  • Benötigen immer größerer Mengen, damit die gewünschte Wirkung eintritt
  • fortschreitende Vernachlässigung anderer Verpflichtungen, Aktivitäten, Vergnügen oder Interessen (das Verlangen nach der Droge wird zum Lebensmittelpunkt)
  • fortdauernder Gebrauch der Substanz(en) wider besseres Wissen und trotz eintretender schädlicher Folgen.

Angenommen, Rauchen wäre tatsächlich eine Sucht bzw. Form der Abhängigkeit. Sehen wir uns doch der Reihe nach einmal an, was die einzelnen Kriterien bezogen auf das Rauchen von Zigaretten bedeuten würden.

Rauchen, ein „starkes, oft unüberwindbares Verlangen“? Ja, viele Raucher kennen das Schmachten nach dem Glimmstängel und auch eine innere Unruhe, wenn sie mal für eine gewisse Zeit darauf verzichten müssen. Bei Zug- oder Flugreisen oder während längerer Wartezeiten in öffentlichen Gebäuden. Falls das Bedürfnis zu Rauchen wirklich ein unüberwindbares Verlangen darstellt, was geschieht dann zum Beispiel hoch über den Wolken bei Langstreckenflügen? Müssen Stewardessen und Mitreisende etwa massiv eingreifen, um einen Raucher an Bord am Rauchen zu hindern? Und was ist mit all den Raucherinnen und Rauchern, die während einer dicken Erkältung mehrere Tage einfach so auf die Zigarette verzichten, weil sie kein Bedürfnis danach haben? Handelt es sich also beim Rauchen wirklich um ein oft unüberwindbares Verlangen?  

Das nächste Kriterium ist „Schwierigkeiten, die Einnahme zu kontrollieren“ und dies bezüglich Beginn, Beendigung und Menge. Die meisten Raucherinnen und Raucher kennen alle diese typischen Situationen, in denen sie zur Zigarette greifen- ebenso wie die Zeiten, in denen sie es eben nicht tun. Das Verhalten eines Rauchers ist für ihn selbst, als auch für das Umfeld doch recht gut vorhersagbar, oder? Einige Menschen rauchen zum Beispiel nie im Auto, andere zu Hause nur in der Küche oder auf dem Balkon. Kaum jemand steht nachts extra auf, um eine zu rauchen. Auch die Phase des Rauchens ist zeitlich klar umgrenzt. Nach dem wohlbekannten, klassischen Impuls „eine rauch ich noch und dann…“ wird eine Zigarette geraucht, manchmal auch zwei. Die Kippe wird dann ausgedrückt und nach dieser kleinen Auszeit geht es weiter. Beginn und Ende des Konsums gleichen also eher einem Ritual, das den Tagesablauf strukturiert. Auch die tägliche Menge der gerauchten Zigaretten ist bei vielen relativ konstant, mit leichten Schwankungen nach unten (etwa im Urlaub) oder nach oben (beim ausgiebigen Feiern in Kombination mit Alkohol oder in besonders stressigen Phasen). Wie passt ein solch konstanter Konsum zum Konzept der „Nikotinsucht“?

Ein weiteres Kriterium, das erfüllt sein muss, bezieht sich auf die „körperlichen Entzugssymptome“. Anders als beim Alkohol oder harten Drogen können jedoch auch starke Raucherinnen und Raucher ohne schwere oder sogar lebensgefährliche Entzugserscheinungen quasi von jetzt auf gleich aufhören zu rauchen. Viele Raucher fragen sich jedoch, ob sie nach dem Aufhören wohl mehr Süßigkeiten essen und dadurch ungewollt einige Kilos zunehmen werden. Oder was sie mit ihren Händen anfangen sollen. Aber sind das wirklich Entzugserscheinungen oder eher vergleichsweise harmlose Nebenwirkungen, vorübergehende Phänomene innerhalb eines überschaubaren Zeitraums? Die deshalb auftreten, weil eine alte, langjährige Angewohnheit aufgegeben wurde und das neue Verhalten ungewohnt ist und noch nicht vollständig automatisiert wurde?

Kommen wir zum nächsten Kriterium. Raucher „benötigen immer größere Mengen, damit die gewünschte Wirkung eintritt.“ Dies würde ja bedeuten: Jemand raucht zunächst morgens zum Kaffee eine Zigarette. Einige Wochen oder Monate später benötigt er dann schon drei, nach etlichen Jahren womöglich eine ganze Schachtel um den anfänglichen entspannenden Effekt wieder zu erleben. Oder nehmen wir einen weiteren Klassiker: Die Zigarette nach dem Essen. Es bleibt doch meistens bei der einen? Oder findet man vor den Restaurants bis weit nach Mitternacht Gruppen von Rauchern, die sich um überfüllte Aschenbecher drängen, Kette rauchen und kein Ende finden? Während die nichtrauchende Begleitung schon längst zu Hause ist und sich fragt, wohin all dies noch führen soll? Von einer solchen Toleranzentwicklung beim Rauchen ist mir persönlich nichts bekannt.

„Fortschreitende Vernachlässigung anderer Verpflichtungen, Aktivitäten, Vergnügen oder Interessen, die Zigarette wird zum Lebensmittelpunkt“. Kennen Sie jemanden, der wegen Zigaretten immer häufiger zu spät bei der Arbeit erscheint und deshalb seinen Job riskiert- und dann schließlich auch verliert? Jemanden, der keine Zeit mehr hat zum Sport zu gehen, weil er rauchen muss? Gab es in Ihrem Bekanntenkreis abgesagte Kino- oder Theaterbesuche aufgrund von Zigaretten? Ich habe eher den Eindruck, dass Rauchen für viele zur Tagesstruktur gehört. Als Teil von festen Gewohnheiten, die durch ihre Regelmäßigkeiten stabilisierend wirken. Dass Rauchen eine Gelegenheit darstellt, mal eine Pause einzulegen und darüber hinaus die Möglichkeit bietet, unliebsame Aufgaben noch ein wenig hinauszuzögern, bevor sie dann in Angriff genommen werden. Die Kippe jedoch als Lebensmittelpunkt zu bezeichnen erscheint mir doch etwas übertrieben.

Bleibt noch das letzte Kriterium: „Fortdauernder Gebrauch der Substanz(en) wider besseres Wissen und trotz eintretender schädlicher Folgen“. Hier stoßen wir zu guter Letzt doch noch auf ein Kriterium von Sucht, das definitiv zutrifft. Denn dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, wissen auch passionierte Raucherinnen und Raucher nicht erst, seit es diese unappetitlichen Bilder auf den Schachteln gibt. Fakt ist aber auch, dass diese Bilder kaum jemanden vom Zigarettenkauf abhalten oder gar vom Rauchen. Die bekannten gesundheitlichen Folgen des Rauchens treten, schließlich erst irgendwann später mal auf - wenn überhaupt. Die Bilder auf den Schachteln werden also ignoriert und die gesundheitlichen Gefahren mit Leichtigkeit ganz klassisch verdrängt.

Ziehen wir nun das Fazit. Sie erinnern sich: Damit das Rauchen von Tabak eine Sucht darstellt, sollten mindestens drei der beschriebenen sechs Kriterien während des Zeitraumes eines Jahres erfüllt sein. Ob Sie meine Argumente in diesem Artikel stichhaltig finden oder zu welchen Schlussfolgerungen Sie beim Lesen gekommen sind, das weiß ich natürlich nicht.

Wenn wir allerdings davon ausgehen, dass Rauchen eben keine Sucht ist, sondern lediglich eine schlechte Angewohnheit, dann können wir aus diesem Elefanten auch wieder eine Mücke machen. Sicherlich kennen auch Sie Menschen, die einfach so aufhörten. Und auch solche, die nach mehrfachem Scheitern schließlich mit Hilfe von Hypnose rauchfrei wurden. Wie das im Einzelnen funktioniert, das erfahren Sie in Kürze hier in meinem Blog.

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