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| Kategorie: Hypnose

Aus meiner Praxis: Schlafen- es könnte so einfach sein, ist es aber oftmals nicht (mehr)

Der April stand in meiner Hypnosepraxis wie bereits erwähnt (siehe Blog Artikel zum Monats-Special) im Zeichen der Schlafstörung. Rückblickend bin ich noch immer fasziniert, wie vielschichtig dieses Thema ist und freue mich daher über die Erkenntnisse, die ich mitnehmen konnte. Davon möchte ich zusammenfassend gerne mehr erzählen. Dies ist vor allem ein Artikel über die Kunst des Loslassens. 

Schlafstörungen kommen in drei Varianten vor: da wären zunächst Probleme mit dem Einschlafen. Andere Menschen wachen hingegen mehrfach nachts auf und liegen dann eine gefühlte Ewigkeit lang wach, während manche wiederum viel zu früh wach werden und dann ebenfalls nicht wieder einschlafen können. Auch gemischte Formen sind möglich. Treten solche Schwierigkeiten öfter und regelmäßig auf, beeinträchtigen sie das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität der Betroffenen. Was aber sind die Gründe für Schlafstörungen?

Es kommen natürlich organische Ursachen in Frage, diese sollte man im Zweifel unbedingt abklären lassen. Weitere Ursachen können sein: Medikamente (Nebenwirkungen), ausgiebige Mahlzeiten, Alkohol aber auch intensive sportliche Betätigungen kurz vor dem Schlafen gehen, finanzielle Sorgen oder anhaltender Stress in der Beziehung oder am Arbeitsplatz. Möglicherweise stört das Schnarchen des Partners oder man kommt gedanklich einfach nicht zur Ruhe. Eine wichtige Rolle spielt selbstverständlich auch die Beschaffenheit des Schlafzimmers und das Raumklima. Man kann sich leicht vorstellen, dass es nicht schlaffördernd ist, wenn der letzte Blick vor dem Licht ausknipsen auf die Steuerunterlagen fällt oder der Fernseher noch läuft. Einige dieser Faktoren kann man bereits gezielt durch Verhaltensänderungen und Aufräumen beheben. Auch störende Gedanken beim Zubettgehen und Umgebungsgeräusche lassen sich mit Hypnose recht einfach ausschalten.

Bei einem spannenden Fall in meiner Praxis kamen all die genannten Ursachen jedoch nicht zum Tragen. Meine Kundin konnte wunderbar und erstaunlich schnell einschlafen, wachte aber mehrfach auf und fühlte sich dann am nächsten Tag wie gerädert. Im ausführlichen Vorgespräch kristallisierte sich schließlich heraus, dass es ihr seit einiger Zeit schwer fiel, einfach mal nichts zu tun. Immer entdeckte sie etwas, das sie erledigen könnte oder müsste. „Ich kann doch nicht so unproduktiv rumsitzen“. Die Einzige, die sich ständig in dieser Form antrieb, war sie selbst. Ihr Mann hatte bereits mehrfach geäußert, dass sie „mal halblang“ machen sollte. Unklar war meiner Kundin allerdings, wie sie dies im Alltag tatsächlich umsetzen könnte. Nach der Hypnose stellten wir im Gespräch überraschenderweise folgendes fest: Sie konnte schnell und tief in Trance gehen, war körperlich sehr entspannt, ihre Arme fühlten sich schwer an, im Kopf herrschte angenehme Ruhe und sie genoss das Gefühl, sich einfach ausruhen zu dürfen. Bereits dreißig Minuten in diesem Zustand fühlten sich für sie erholsamer und erfrischender an als ein einstündiger Schlaf. Diese Erfahrung brachte für meine Kundin die entscheidende Kehrtwende. Sie hatte deutlich erleben können, wie leicht und gut sie entspannen und abschalten konnte. Wie gut sie sich währenddessen und im Anschluss fühlte- und es kam ihr keineswegs so vor, als hätte sie nur unproduktiv herumgesessen. So wie sie ursprünglich den Hypnosetermin vereinbart hatte, nahm sie sich nun vor, regelmäßig einen „Termin mit sich selbst“ zu vereinbaren. Zeit, in der sie sich zurückzieht, zur Ruhe kommt, nach Innen geht und aktiv regeneriert. Nun kann man schlafen nicht erzwingen oder willentlich steuern, aber man kann wieder lernen loszulassen. Und zu diesem Zweck bieten sich ja diverse Möglichkeiten an: natürlich Hypnose und Selbsthypnose (ja, auch das ist möglich), CDs mit geführten Meditationen oder Traumreisen, Autogenes Training, Achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung und vieles mehr.

Durch all die Erfahrungen, die ich im April sammeln konnte, ist mir noch einmal bewusst geworden, wie wichtig diese kleinen Inseln im Alltag sind. Sie sorgsam zu pflegen und sich erlauben zu genießen- dazu braucht es so viel weniger als man vielleicht annimmt.

Nun freue ich mich auf den Mai (siehe aktuellen Blog Artikel zum Mai-Special) und auf Kundinnen und Kunden, die ihre Schokoladensucht loswerden möchten!

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